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Kita Streiks – oder: der Alltag für eine Erzieherin

Meine Sicht als „Betroffene“:

Wie bereits erwähnt, bin ich selbst als Erzieherin in einer Kita tätig.

Die Arbeit in einer Kita verlangt viele Ressourcen des Personals ab.

Man benötigt ein großes Maß an Flexibilität, Kreativität, Beobachtungsgabe, Einfühlungsvermögen.

Wir arbeiten situationsorientiert und ganzheitlich nach dem

Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich„.

Bei 25 Kindern in der Gruppe ist das aber gar nicht so einfach. 2 Erwachsene auf 25 Kinder!

Man bedenke, dass diese 25 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren alt sind und völlig unterschiedliche Bedürfnisse haben.

Eine typische Momentaufnahme:

1 Kind muss vielleicht gerade zur Toilette

1 Kind hat sich in die Hose gemacht und muss umgezogen werden,

3 Kinder haben soeben einen handgreiflichen Konflikt und brauchen Hilfestellung zur Lösung (auf deutsch: sie prügeln sich),

3 weitere Kinder möchten eine Geschichte vorgelesen bekommen,

1 Kind hat Bauchweh und sich im schlimmsten Fall gerade übergeben, wer soll das jetzt sauber machen?

4 weitere Kinder haben einen Regenwurm entdeckt und haben einen ganzen Fragenkatalog an die Erzieherin.

Das Telefon klingelt.

Und der kleine Lars steht in der Garderobe und weint, weil er sich den Finger geklemmt hat.

3 Kinder sitzen am Maltisch und würden gerne 2 Blätter zusammen kleben, nur leider ist der Kleber leer.

1 Kind ruft: „Ich habe Durst!“

1 Kind möchte der Erzieherin zeigen, wie es gerade einen Turm gebaut hat.

1 Kind steht im Bewegungsbereich und ruft unerbittlich nach der Erzieherin.

und die kleine Lisa, gerade 3 Jahre alt und seit 2 Tagen im Kindergarten, möchte zu ihrer Mama.

Und was ist mit den 3 Kindern, die gerade noch in der Bauecke saßen, wo sind die eigentlich hin?

Die Mehrzahl dieser Kinder macht verbal auf sich aufmerksam.

Nachdem die Erzieherin nicht sofort auf alle reagieren kann, steigert sich die Lautstärke noch.

Eine enorme Lärmbelästigung für alle Beteiligten und absolut nicht lernförderlich, aber Alltag!!!

Und was ist, wenn die Erzieherin dann auch noch selbst mal zur Toilette muss?

Irgendwann gegen 15 Uhr kommt ihr dann der erschreckende Gedanke: Habe ich heute überhaupt schon etwas getrunken?

All das schaffen wir, Tag für Tag. Selbst wenn die Kollegin mal krank ist oder Urlaub hat. Allein!

Ich selbst bin dafür 4 Jahre zur Schule gegangen, habe 1 Prüfungen zur Sozialassistentin und anschließend 1 zur Erzieherin abgelegt und zusätzlich eine religionspädagogische Prüfung bestanden.

Und bekomme nun weniger Gehalt als ein ungelernter Müllmann.

Bei einigen Trägern der Wohlfahrtverbände beträgt das Gehalt noch weniger als das nun bestreikte Gehalt der kommunalen Träger.

-Alle wollen mehr Bildung

-Jeder will nur das Beste für seine Kinder

-Alle wollen sparen

Aber so geht es nicht mehr weiter!!!

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