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„Spielen oder Englisch lernen – Zweiklassen-Gesellschaft schon im Kindergarten?“

„Spielen oder Englisch lernen – Zweiklassen-Gesellschaft schon im Kindergarten?“

Unter diesem Titel lief am 17.6. die Sendung „hart aber fair“ im Ersten.

Ausführlich wurde auf die Misstände in deutschen Kitas eingegangen und die daraus resultierenden Streiks.

Es wurde ein alternatives Kitamodell

„Little Giants“

vorgeführt und über deren Bildungskozept debattiert.

Meine Meinung dazu:

Ich selbst bin Erzieherin in einer großen Kindertageseinrichtung und unterstütze die Streiks voll und ganz.

Nicht aber, aufgrund schlechter Bildungskonzepte in Kitas.

Im Gegenteil! In deutschen Kitas wird nach der ganzheitlichen Sicht erzogen und betreut.

In Niedersachsen unterliegen die Einrichtungen dem „niedersächsischen Bildungsplan„.

In diesem sind alle Bildungsbereiche fest gelegt:

Lernbereich 1: Emotionale und soziale Kompetenzen
Lernbereich 2: Kognitive Fähigkeiten
Lernbereich 3: Sprache und Sprechen
Lernbereich 4: Mathematisches und naturwissenschaftliches Grundverständnis
Lernbereich 5: Bewegung und Gesundheit
Lernbereich 6: Ästhetische Bildung
Lernbereich 7: Natur und Lebenswelt
Lernbereich 8: Ethische und religiöse Fragen; Grunderfahrungen menschlicher
Existenz

Nach diesen Grundlagen arbeiten wir pädagogischen Fachkräfte, und decken somit alle Bereiche der kindlichen Entwicklung ab.

Davon abgesehen,  liegt in den meißten Eichrichtungen der Situationsorientierte Ansatz der päd. Arbeit zu Grunde.

Das bedeutet, die Pädagogen beobachten die Lebenssituationen der Kinder genau und entwickeln daraus Bildungsangebote. Somit fühlt sich das Kind in seinen Bedürfnissen wahrgenommen und kann seinen ganz natürlichen Wissensdrang stillen.

Denn, wie wir alle selbst in unserem Leben oft genug erlebt haben, bleibt Wissen längerfristig hängen, wenn es uns wirklich interessiert und wir es uns selbst angeeignet haben.

Und Kinder sind von natur aus neugierig und wissbegierig.

Man muss ihr Bedürfnis nur wahrnehmen und ihnen entsprechnde Möglichkeiten individuell bieten.

Ein Kind ist kein Trichter, in den man wahrlos Wissen, was man selbst für nützlich hält, hinein schütten kann.

Nur wenn der Mensch selbst „greift“, kann er auch „begreifen“.

Es ist äußerst fraglich, ob Englischunterrichten, selbst wenn er spielerisch geschieht, dem Kind in seiner Entwicklung nützt.

Oftmals sprechen Kinder unter 4 Jahren ihre eigene Muttersprache deutsch noch nicht perfekt.

Das erlebe ich täglich in meiner Arbeit.

Was aber nicht ungewöhnlich oder gar besorgnis erregend ist.

Für ein Kind unter 5 Jahren sind kleinere Ausspracheschwierigkeiten völlig normal.

Aber was für ein Chaos stellen wir in dem kleinen Gehirn dann an, wenn wir ihm englischsprachige Bilderbücher vorlesen. Und welchen Sinn hat das?

Welchen Sinn macht es, wie im Beitrag von „hart aber fair“ über die „Little Giants“ einem 3 jährigen Kind beizubringen, wie ein „L“ geschrieben wird?

Sollte ein 3 jähriges Kind nicht viel wichtigere Dinge lernen?

Im Beirtag war zu sehen, wie das Kind, nachdem es das „L“ gezeichnet hatte, das ganze Lernblatt in kreisenden Bewegungen bemalt hat.

Das entspricht der Malentwicklung eines typisch 3 jährigen Kindes.

Durch die das Kind bis zum 6. Lebensjahr von ganz allein dazu kommt, ein „L“ zu schreiben.

Nicht ohne Grund wollen Kinder im Alter von spätestens 6 Jahren allein ihren Namen schreiben können.

Die Gründerin der „Little Giants“ gab an, ihr Kind habe sich in einer klassischen deutschen Kindertagesstätte „gelangweilt“.

Dazu möchte ich klar stellen, dass „Langeweile“ ein wichtiger Bestandteil der kindl. Entwicklung ist.

Nur hieraus kann das Kind eigene Indeen und Kreativität entwickeln!!!

Es lernt eigene Bedürfnisse und Interessen wahrzunehmen, was eine Grundlage ist, um sich in unserer Gesellschaft Wissen aneignen zu können!!!

In unserer Gesellschaft werden keine Maschinen gebraucht, die tun, was man ihnen sagt!

Unsere Gesellschaft erwartet ein hohes Maß an Flexibilität und Kreativität!

Ich selbst war schockiert über das, was ich in dieser Sendung mitansehen musste…

„hart aber fair – Spielen oder Englisch lernen – Zweiklassen-Gesellschaft schon im Kindergarten?“
http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/sendungen/2009/20090617.php5?akt=1

Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich
http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C3374461_L20.pdf

W. E. Fthenakis Professor für Entwicklungspsychologie und Anthropologie
http://www.fthenakis.de/cmain/INDEX

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2 Kommentare zu „„Spielen oder Englisch lernen – Zweiklassen-Gesellschaft schon im Kindergarten?““

  • Irmi:

    Wir Eltern sollten viel mehr auf die Bedürfnisse unserer Kinder hören und ihnen den Freiraum zugestehen den sie brauchen.

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  • Gut!

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