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Schießen ist meine Leidenschaft – Tag 7, WDR 6.9.09

bild: aboutpixel.de

Am vergangenen Sonntag lief auf dem WDR die Dokumentationsreihe Tag 7.

(Wiederholung am 12.9. 9:30 – 10:00)

Es ging um einen Schießverein in direkter Nachbarschaft zu Winnenden. Dem Ort, in dem im März 09 ein 17 jähriger erst in seiner ehem. Schule und dann im Ort Amok-gelaufen war. Sein Vater war Mitglied im Schützenverein und hatte seine Waffen nicht ordnungsgemäß im Privathaushalt verschlossen. So dass sein Sohn an die Waffen ging und damit mordete.

Ich war ehrlich gesagt schockiert von der Argumentation des gezeigten Vereins!
Nachvollziehbar war, dass die Schützen sich ins falsche Licht gerückt fühlen. Die Eltern der Opfer des Amoklaufes machen großen Druck. Die Schützen sehen ihre Schießerei als Hobby und einen wichtigen Sport!

Aber als einer der jugendlichen Sportschützen eine Waffe mit dem Stollenschuh beim Fußball verglich, verließ mich jegliches Verständnis. Immer wieder war zu hören, alles könne zu einer Waffe benutzt werden. Stollenschuhe genau so wie Küchenmesser.

Die Opfereltern würden nerven. Er würde ja auch nicht wegen seiner verstorbenen Oma überall rumlaufen und die Leute nerven. Daraufhin wurde er gefragt, ob das nicht etwas anderes sei. Schließlich waren die Kinder ermordet worden! Ja klar, sagte er, aber ein junger Verwandter von ihm wäre an Krebs verstorben, das ist auch schlimm und er nervt trotzdem nicht alle Leute damit.

Noch schlimmer kam es, als dann die Kinder unter 12 schießen durften. Im Verein dürfen Kinder ab 12 Jahren schießen. Was ich an sich schon höchst fraglich finde.
Nun durften aber auch Kinder weit unter 12 (ich schätze so um die 7 Jahre) am Schießstand ordentlich ballern. Halb auf einem Hocker stehend, halb von der Mutter gehalten. Eindeutig verboten und gesetzwiedrig! Das ganze wurde runter gespielt. Ist ja nur mal eine Ausnahme! Sonst dürften die das nicht.

Klar ist das Sport, sicherlich fördert man damit den richtigen Umgang mit Waffen. Natürlich wird dabei Konzentration geübt. Aber um welchen Preis?

Wenn der Umgang eben nicht richtig bei gebracht wird… Wenn schon das geringste Maß an Verständnis und Mitgefühl fehlt…

Übertrieben gesagt: Wenn ein Jugendlicher mit Eltern, dessen Kind ermodet wurde, kein Stück Mitgefühl zeigen kann, wer garantiert denn, dass er mit einer Waffe umgehen kann?
Im Grunde leben diese Jugendlichen in einer derart verzogenen Realität, mit nicht einmal einer sozial- und emotionalen Reife eines 6 Jährigen. Wie kann man sich da hinstellen und behaupten, diese Kinder würden den richtigen Umgang lernen und gerade das wäre der beste Schutz vor einem Amoklauf?

Von einem 6 jährigen Kind, das in die Schule kommt, erwartet man, dass es mit anderen Menschen Mitgefühl zeigt. Dass es trösten kann, wenn jmd. anderes traurig oder verletzt ist.

Möglicherweise übertreibe ich, möglicherweise ist meine Sicht zu einseitig.
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, hier die Doku:

http://www.wdr.de/tv/tag7/sendungsbeitraege/2009/0906/schiessen_ist_meine_leidenschaft.jsp

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