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Wehen – Wie fühlt sich das an? – Bericht einer Geburt

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© morgueFile.com / by grietgriet

Jede werdende Mutter, wird sich früher oder später mit dem Thema „Wehen“ und „Geburtsschmerz“ auseinandersetzen. Um ehrlich zu sein, kann man diesen Schmerz nicht beschreiben. Er ist für jede Frau anders. Eins ist aber sicher: Eine Geburt ohne Schmerzen, gibt es leider nicht.

Wie waren meine Wehen?

Meine erste Wehe setzte um 12.19 Uhr ein. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, jetzt geht es los! Alles zuvor gewesene, Senkwehen etc, waren pillepalle gegen diese massive Wehe. Der Schmerz ist mit nichts zu vergleichen, er kam wie eine gewaltige Welle über mich. Eine wirkliche Schmerzlokalisation konnte ich auch nicht ausmachen, er war einfach da und traf mich völlig unvorbereitet.

Einen Geburtsvorbereitungskurs habe ich nicht gemacht. Ich bin auch weiterhin der Meinung, dass dieser mir in dieser Situation nicht geholfen hätte. Die Atemtechnik, habe ich im Vorfeld mit meiner Schwester eingehend geübt.
Aber ganz ehrlich, wegatmen kann man diesen Schmerz nicht. Für mich, ist dieses Atmen eine reine Ablenkungstaktik. Wenn sich Frau, mehr auf das Atmen konzentriert, ist der Schmerz einfach etwas erträglicher, weil sie den Konzentrationspunkt auf die Atmung legt. Im reinen Geburtsverlauf, ist es natürlich von enormer Bedeutung, das die werdende Mutter richtig atmet, damit das Baby mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird.

Gegen 14 Uhr, habe ich es dann nicht mehr zu Hause ausgehalten. Die Wehen, kamen ab 12.19 Uhr schon im 10 min Takt.

Ankunft im Krankenhaus

Mit dem Taxi ging es in eine Klinik, in welcher ich mich im Vorfeld bereits angemeldet habe. Ich glaub der Fahrer hatte enorm Angst, dass mir auf der Fahrt die Fruchtblase platzt. Mir ging es nicht anders.
Im Krankenhaus, ging es schnurstracks zum Kreissaal. Das warten am Fahrstuhl kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor. Der Smalltalk mit einigen Besuchern, die mir noch viel Glück wünschten, lenkte nicht von den starken Schmerzen ab.
An der Kreissaaltür, begrüßte ich die Hebamme mit einem stöhnenden: „Ich möchte hier jetzt mein Kind zur Welt bringen!“

Der Ablauf im Kreissaal

Die Hebamme bat mich herein und brachte mich in einen Vorraum zum CTG. Dort wurde ich erstmal untersucht und natürlich auch ein CTG gemacht, eine Stunde lang! Ich bin auf dieser Liege fast Wahnsinnig geworden. Die Wehen kamen nun alle 5 min und zerrten inzwischen wirklich an mir. Hier wollte ich nur noch fliehen, aus meiner Haut, aus meinem Körper und ich verfluchte den Moment der Zeugung und sehnte mir auch irgendwie einen Kaiserschnitt herbei.

Nachdem die Stunde um war, kam die Hebamme, untersuchte mich erneut. Sie stellte freudig fest, das der Muttermund schon fast ganz offen ist. Jetzt sollte ich mich noch ein wenig entspannen. Sie fragte mich, ob ich ein Bad nehmen möchte. Voller Vorfreude, dass es dann vielleicht noch schneller geht, stimmt ich ihrem Vorschlag zu. Leider war die Wanne defekt! So ein Mist!

Nun sollte ich also am besten noch ein wenig spazieren gehen. Als die Hebamme das Zimmer verließ, merkte ich schon, dass kann ich nicht. Ich muss unbedingt auf die Toilette! Auch das noch, Durchfall. Da saß ich also, mit Wehen im 2 min Takt in einer kleinen Toilettenkammer.

Ab dann ging alles ganz schnell

Die Stunde war irgendwann auch um und mein Darm war jetzt wenigstens leer (ohne Einlauf, Klistier etc). Es muß jetzt ungefähr 16 Uhr gewesen sein. Die Hebamme kam und bat mich in den Geburtsraum. Jetzt konnte ich mich entkleiden und mir ein altes mitgebrachte T-Shirt anziehen. Der Muttermund war komplett offen und endlich wurde mir ein Schmerzmittel angeboten. Ich nahm dankend an.
Eine wirkliche Linderung der Schmerzen, kann ich euch leider nicht berichten. Ab diesen Zeitpunkt, verlief die Geburt für mich wie im Delirium. Ich denke nicht, das dieser Zustand an der Spritze lag, sondern eher an meinem Körper. Er war von den Wehen schon ziemlich geschafft und um die Geburt erträglicher zu machen, versetzte ich mich selbst in eine Art Trance. Ich nahm nur noch die Hebamme war und versuchte alle Kräfte zu bündeln um mein kleines Wunder auf die Welt zu bringen.

Viele Frauen reden immer davon, dass sie den Drang hatten, zu pressen. Dieser war bei mir rein gar nicht vorhanden. Auch wusste ich nicht wirklich wo ich hinpressen sollte. Ich hatte die gesamte Zeit über das Gefühl, das mein Anus jeden Moment auseinander reißen muss. Die Hebamme zeigte mir dann mit ihren Fingern, wo die Kraft ankommen muss und das half.

Meine Hebamme konnte mich auch immer wieder zum pressen motivieren und sie hatte auch Verständnis, wenn ich sagte, dass es jetzt nicht mehr geht. Super! Danke!

Als das Köpfchen nach unzähligen Wehen endlich da war, wusste ich. Jetzt hab ich es geschafft.

Die langläufige Meinung, das man nicht merken würde, wenn etwas reißt, kann ich nicht bestätigen. Bei mir riss zwar nicht der Damm ein, aber ein Stück von der Schamlippe. Diesen Moment spürte ich genau. Es war ein kurzer aber sehr unangenehmer stechender Schmerz!

Aber all diese Schmerzen und all dieses Leid wird mit einem so großen Wunder belohnt. Auch dieses Gefühl ist unbeschreiblich, wenn der kleine Mensch, der 10 Monate in meinem Bauch gewachsen ist, plötzlich da ist. Jetzt ergriff mich eine Welle des Glücks. Ich spürte regelrecht wie die Glückshormone übersprudelten und ich wusste, diesen kleinen Menschen werde ich über alles lieben!

Alles vorbei! Von wegen

Nach der Geburt, ist vor der Geburt. So kam es mir zumindest vor! Leider kam meine Plazenta nicht mit raus und es musste eine Kürettage (Ausschabung) gemacht werden. Natürlich wurde mir jetzt eine Vollnarkose angeboten. Diese lehnte ich aber ab, schließlich wollte ich bei meinem Baby sein und nicht die ersten Stunden seines Lebens verpassen.

So ging es also munter weiter. Die Ärztin schabte mich aus und nach einer gefühlten Ewigkeit, wurde der Oberarzt hinzugerufen, damit der auch noch ein wenig von der Plazenta aus mir raus holen kann. Bei der gesamten Prozedur, bat ich immer wieder um kurze Pausen. Die Hebammen (inzwischen standen 2 um mich herum, dazu noch die beiden Ärzte. meine Mutter und mein Partner – volles Haus also) sagten immer wieder das es bald vorbei ist. Wirklich glauben tat ich das inzwischen nichtmehr, nachdem ich dass zum 20ten mal gehört hab.

Aber irgendwann war auch das geschafft und ich konnte meinen kleinen Engel in den Arm nehmen.

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