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Pucken: Empfehlenswert oder gefährlich?

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© by piqs.de / angle07

Pucken nennt man eine Methode, ein Baby in ein Tuch oder eine dünne Decke einzuwickeln, wobei die Arme eng am Körper liegen und kaum Bewegungsfreiheit bleibt.

Schon die alten Griechen puckten ihre Babys

Schon die alten Griechen haben diese Technik angewendet. In Zentralmexiko oder im Jemen sieht man es heute noch. Auch in Europa war es bis ins 19. Jahrhundert noch verbreitet und wurde teilweise bis zum 6. Lebensmonat des Babys angewendet.

Manche Hebammen enpfehlen diese Wickeltechnik, weil sich unruhige oder zu vermehrtem Schreien neigende Babys so besser beruhigen sollen.

Die Meinungen zum Pucken gehen weit auseinander

Doch die Meinungen über den Erfolg dieser Methode gehen weit auseinander. Kinder- und Jugendärzte warnen vor den Gefahren, denn das Pucken kann zu Hitzschlag und Dehydrierung führen, etwa an sehr heißen Tagen. Es kann dem Kind Nerven abklemmen, wenn zu fest gepuckt wird. Das Risiko für eine Hüftdysplasie wird erhöht (Fehlstellung des Hüftgelenkes) und  platte Hinterköpfe gefördert, weil nur die Rückenlage möglich ist. Durch das Pucken bleibt dem Säugling nicht genug Raum zum tiefen Luftholen und Schreien.

Was sagen Kinderärzte zum Pucken?

Der Düsseldorfer Kinder- und Jugendarzt Dr. Hermann Josef Kahl, Sprecher des Ausschusses „Frühtherapie und Prävention“ im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, sagt:
„Wir Ärzte sehen immer wieder Kinder in unseren Praxen, die so eng gewickelt sind, dass sie zum Schreien gar nicht richtig Luft holen können.“ Für ihn steht fest: „Es gibt keinen Grund, die Methode zu empfehlen.“ Schließlich wisse man doch gar nicht, ob sich das Baby wirklich wohlfühlt oder etwa nur aus Frust aufhöre zu weinen. Durch das Pucken werde der natürliche Bewegungsdrang gebremst. „Die Motorik wird über das Gehirn gesteuert. Es ist ein Lernprozess, den man fördern, nicht unterdrücken sollte.“
Gerade Schreibabys sollen aber durch das Pucken leichter ein- und besser durchschlafen.

„Das mag im Einzelfall so sein“, räumt auch Hermann Josef Kahl ein. „Ich habe nichts dagegen, wenn das Kind mal gut eingewickelt auf dem Bauch der Mutter oder des Vaters liegt.“ Aber er plädiert dafür, das Kind immer im Auge zu behalten und es nur so lange gepuckt zu lassen, bis es sich beruhigt hat.
„Die Dosis macht das Gift“, sagt auch Dr. Christine Sonn-Rankl. Sie ist klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Buchautorin in der Psychosomatischen Ambulanz für Kinder und Jugendliche am Wilhelminen-Spital Wien. Sie empfiehlt Eltern von Schreibabys das Tragetuch.

In den ersten 3 Monaten ist Körperkontakt für die Babys sehr wichtig

„Gerade in den ersten drei Monaten brauchen die Kleinen vor allem Körperkontakt, und den bekommen sie eher über das Tragen.“ Am allerwichtigsten aber sei ein regelmäßiger Schlafrhythmus. „Ein Baby, das alle anderthalb Stunden schläft, braucht kein Pucken.“

Die Psychologin sagt aber auch: „Wenn Eltern gar keinen anderen Weg finden, ihr Kind zu beruhigen, können sie es mit Pucken versuchen.“ In den ersten sechs Lebenswochen müssen die Eltern herausfinden, ob das Baby die Enge wirklich mag. Das Pucken sollte sich auf unruhige Phasen beschränken und der ständigen Kontrolle unterliegen, ob es dem Kleinen wirklich gut geht.
Die Technik des Puckens, wenn man sie denn anwenden möchte, sollte man sich in jedem Fall von einer Hebamme genau zeigen und erklären lassen, um dem Säugling nicht zu schaden.

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